Therapeutische Elemente PDF Drucken E-Mail

Drückende Griffe wirken auf den physischen Organismus. Gewebeteile werden dabei gegeneinander verschoben und dadurch Verhärtungen wieder beweglich gemacht. Saugende Massagegriffe regen den ätherischen Leib1 entsprechend seiner Wirkungsweise an, die ganz von der Überwindung der Schwere, von der „Entschwerung“, bzw. von der Leichte bestimmt ist.
Durch die streichende Berührung der Haut wird Bewusstsein, d.h. die Wachheit, also der Astralleib2 aktiviert.
Da dies mit der Grundform der Lemniskate geschieht, die in vielfachen Abwandlungen angewendet wird, ergibt sich durch die polaren, jedoch in sich kreuzenden Massageformen immer wieder ein Ausgleich krankhafter Einseitigkeiten.
Die Lemniskate liegt den Wachstums- und Funktionsprinzipien des Gesamtorganismus zugrunde. Die Streichungen und massierenden Bewegungen werden in rhythmisch pulsierenden Wellen ausgeführt. Dabei gleitet die Hand in strömenden Formen über das Gewebe und passt sich durch An- und Abschwellen, Beschleunigen und Verlangsamen, in rhythmischer Folge wiederholend den impulsierenden und ausgleichenden Wechselwirkungen des wässrigen Organismus des Menschen an.

1Unter ätherischem Leib, der auch Lebensleib oder Bildekräfteleib genannt wird (die Bezeichnung stammt von Rudolf Steiner), versteht man die im flüssigen Organismus des Menschen wirkenden Kräfte. Sie verursachen die Bewegungen der wässrigen Ströme im Interstitium, in der Lymphe und in den Blutbahnen. Ätherische Kräfte bewirken den Auftrieb des wässrigen Elementes im Anorganischen und Organischen (siehe Rudolf Steiner, Theosophie GA 9).

2Astralleib: Die Bezeichnung stammt ebenfalls von Rudolf Steiner und bezieht sich auf die Tatsache, dass die Sternenkonstellation des Tierkreises (astra: Stern) die seelischen Kräfte des Menschen konstituiert. Sie entwicklen sich in der Evolution zuerst als Empfindungsseele, dann als Verstandes- und Gemütsseele, zuletzt als Bewusstseinsseele (siehe Rudolf Steiner, Theosophie GA 9).